Freiräume jetzt schaffen!!!

welche optionen hat die jugend in marktredwitz und umkreis um seine freizeit zu gestalten? nun gut das wären zum einen sich im capitol zu überhöhten preisen mit schlechter musik beschallen zu lassen, sich im nashville über die neuesten nationalen nachrichten zu informieren und über andersdenkende zu hetzten oder eine andere überteuerte kneipe zu besuchen. in der innenstadt und im stadtpark sind jugendliche die nicht mit dem ziel sich dem konsumzwang hinzugeben gekommen sind sowieso nicht erwünscht. aber da gibt es ja noch das JUZ. eigentlich eine gute sache. dort finden ab und zu konzerte statt und mensch hat seinen spaß…wäre da nicht unsere liebe stadt, denn diese versucht mit auflagen, die dem jugendzentrum auferlegt werden, diesen freiraum einzuschränken. so dürfen konzerte nur bis ca.1 uhr im durchschnitt dauern und securitys müssen anwesend sein. ausserdem ist es auch schwer eine zustimmung des ordnungsamts für ein konzert oder eine andere veranstaltung zu bekommen. also wo hin dann mit der jugend? mensch sollte denken bei den in regelmäßigen abständen in den medien erscheinenden meldungen von straftaten jugendlicher gewalttäter, u-bahnschlägerinnen und komasäuferinnen die reaktionen auf diese taten sind so wenig überraschend wie diese selbst. es sollen neue gefängnisskomplexe errichtet, schulschwänzern sollen fußfesseln angelegt werden und die komasäufern sollen mit prohibition und alkoholverbot in der öffentlichkeit beseitigt werden.So wird die sicherheit verschärft, wärend im sozialen bereich permanent kürzungen vorgenommen werden. dadurch heisst es für viele jugendlich heutzutage leider knast und sozialer abstieg statt selbstverwirklichung durch selbstverwaltung.
das viele jugendliche unter solchen umständen durchdrehen ist nun wirklich nicht überraschend. doch wo können sich junge menschen unabhängig von staatlichen und wirtschaftlichen einflüssen selbst probieren und rausfinden wo die eigenen fähigkeiten liegen? in der der schule, uni, arbeit oder einkaufszentrum? die bundesweiten bildungsstreiks dürften das gegenteil beweisen. die jugend von heute kriegt einen vorgefertigten lebenslauf vorgesetzt an dem sich zu halten ist anstatt sein leben selbst zu gestalten.
doch viele,so wie auch ich haben keine lust auf konsumzwang, leistungsdruck und einheitskultur!!!
deshalb setzen wir uns konkret für die schaffung eines alternativen, autonomen freiraumes, in dem die herranwachsenden selbstverwaltet und frei von stättischen auflagen ihre freizeit selbst gestalten können und dabei basisdemokratisch entscheidungen zu treffen und auf die bedürfnisse einzelner einzugehen.
wir wollen einen raum frei von rassismus, nationalismus,homophobie,antisemitismus und sexismus erschaffen in dem niemand benachteiligt ist. es zählt nicht der proft sondern die bedürfnisse einzelner, denn ein jugendtreff sollte ein platz für jeden sein, egal ob arm oder reich oder anderen gesellschaftlichen unterschieden.
in marktredwitz gibt es einige leerstehende ungenutzte gebäude die für diesen zweck perfekt sind. auch benötigen wir dringend proberäume für unsere lokalen bands, da diese, die bis jetzt im alten schlachthof untergekommen sind, aus diesem rausgeworfen wurden und nun auf der straße stehen. wir werden uns in erster instanz an die stadt wenden und versuchen eines dieser gebäude für unseren zweck und unsere idee nutzen zu können. sollte dies aber abgelehnt werden, werden wir das nicht einfach so hinnehmen und eine demonstration planen,die die anwohner und die stadtverwaltung auf diesen missstand aufmeksam machen soll. wir hoffen, dass wir tatkräftige unterstützung von lokalen sowie auch solidarität von anderen nicht lokalen gruppen bekommen werden.
weitere infos auf unserem myspace

www.myspace.com/juz_mak

Nachtrag vom 14.11.2009

Rieger‘ s Trauergemeinde

Mit maximal 850 Teilnehmer_Innen wurden alle Erwartungen unterboten. Trotz internationaler Mobilisierung und des Symbolcharakters – sowohl des Ortes und des Anlasses konnten die Nazis auch mit der Absage anderer Veranstaltungen (z.B. Halbe in Brandenburg) gerade einmal die bereits genannten 850 Teilnehmer_Innen mobilisieren.
Auffallend ist, dass viele Neonazis eine Teilnahme scheinbar verweigerten. So beispielsweise die meisten Angehörigen der NPD – Landtagsfraktion in Sachsen. Aber auch der Volksverhetzer Udo Pastörs, der dem Mecklenburg vorpommerischen Pendant vorsteht, fehlte. Hier ist der Grund wahrscheinlich in persönlichen Differenzen mit dem Verstorbenen zu suchen.
Trotz der Auflage, dass Rudolf Hess nicht zu erwähnen sei führten Neonazis aus Berlin ein Transparent mit, dessen Aufschrift lediglich einen Stellvertreter benennt.
Sowohl Rudolf Hess, als auch Jürgen Rieger waren Stellvertreter in einer nationalistischen Partei – der eine in der NSDAP – der andere in deren Nachfolgerin der NPD.
Wir gehen davon aus, dass diese offensichtliche Zweideutigkeit sehr wohl gewollt war. Für das an diesem Tag sonst so penible und repressive Team Green gab es scheinbar keinen Grund einzuschreiten oder über diese eigentlich für jeden durchschaubaren Tatsachen nachzudenken. Auch das Absingen von dem Deutschlandlied, in den vollen 3 Strophen, oder alte grausige Lieder aus dem 3. Reich wurde nicht wahrgenommen.
Auf diversen Bildern sind vermummte Neonazis zu sehen, auch dies kein Grund zum Einschreiten für die eingesetzten Pigs auf deren Marsch. Auch durften die Nazis in militärisch anmutenden Reihen marschieren, was ein klarer Verstoß gegen das derzeit geltende Versammlungsrecht ist. Aber für wen dieses gilt dürfte ja wohl allen klar sein..
Als Fazit kann gezogen werden, dass die Nazis zwar verhältnismäßig wenig waren, sie jedoch in Wunsiedel, legitimiert durch ein deutsches Gericht, marschieren durften. Das der Gedenkmarsch erst einen Tag vorher erlaubt wurde, ist klar eine Taktik die sich demobilisierend auf Antifaschist_Innen und bürgerliche Aktivisten auswirken soll! Wir können und dürfen nicht auf diesen Staat und dessen Marionetten trauen!

Die Gegenproteste

Die Medien sprechen von 1200 Teilnehmer_Innen an den Protesten. Dies dürfte aus unserer Sicht nahe an der Realität liegen. Stattgefunden haben sowohl eine bürgerliche als auch eine Kundgebung der APPD. Die Bürgerliche wurde organisiert von Vertreter_Innen der Stadt und den diversen Parteien. Im Anschluss zog noch ein Gedenkzug durch die Stadt bei dem den Opfern der nationalsozialistischen Todesmärschen gedacht wurde. Bei diesen Märschen wurden in den letzten Wochen vor der Befreiung Gefangene aus den Konzentrationslagern auf langen Märschen ohne ausreichende Versorgung ins Landesinnere geschafft. Viele Tausende verhungerten, erfroren oder wurden willkürlich von der SS erschossen. Auch durch Wunsiedel führte ein solcher Todesmarsch und in einem nahe liegenden Wald wurden 30 Opfer aufgefunden und später auf den Wunsiedler Friedhof umgebettet. Beim Gedächtnismarsch berichteten Zeitzeug_Innen von ihren Erlebnissen.
Mit Kerzen wurde die Strecke des Todesmarsches nachgebaut, was die Straßen in der Dunkelheit mit einem andächtigen Schein durchzog.
Doch wurde nicht nur der Opfer des NS – Regimes, sondern auch der Opfer moderner Nazis gedacht. Der bunt gemischte Zug machte an einigen Stationen halt an denen die Namen von Todesopfern – offiziell fast 150 Tote seit 1990 (wie viele Opfer dabei durch das scheinbare Fehlen eines rassistischen oder politischen Motivs durch die Statistiken fallen ist eine andere Frage).
Auch sah die liebe Polizei nicht das Problem bei den marschierenden Nazis, sondern wohl eher bei den ca. 50 Autonomen die erschienen waren und im Rahmen der bürgerlichen Protestaktion agierten (später auch in der ganzen Stadt…). Anscheinend war den Pigs etwas langweilig und deswegen mussten die Guten sich an jedem_r Antifaschist_in behängen und diese zigfach kontrollieren und schikanieren indem sie irgendwelche grundlos ausgesprochenen Platzverweise verteilten. Ständig wurde mensch von irgendeinem Polizist verfolgt und am freien Fortbewegen in der Stadt behindert. Und dies nicht einmal ansatzweise in der nähe der Naziroute. 1500 Beamt_Innen aus mehreren Bundesländern (natürlich inklusive des allseits beliebten USK) sollen im Einsatz gewesen sein. Somit stellten diese damit über 10% der Bevölkerung an diesem Tag. Festnahmen wurden aus nichtigen Gründen wie angeblich zu hoch gehaltener Transpis gemacht.

Neonazi-Konzert in Amberg

Laut einen Bericht des Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München (a.i.d.a.) soll am morgigen Samstag ein Neonazi-Konzert stattfinden auf den Bands aus dem In- und Ausland spielen sollen. Das Pilspub „500″ ,wo seit den Jahr 2005 Konzerte und Treffen der Neonazis stattfinden, wurde in Szenenkreisen als möglicher Konzertort ins Spiel gebracht. Ein möglicher Grund warum dies in Amberg stattfinden soll, könnte der „gute Ruf“ der Stadt in der Rechten Szene sein. Amberg war früher der Hauptsitz der“Sektion-Bayern“ des internationalen Neonazi-Skinhead-Netzwerk „Blood and Honour“.

Weitere Infos gibt es auf www.aida-archiv.de

Zusammenfassung zum 14.11

Am Samstag fand der Rieger-Gedenkmarsch in Wunsiedel statt. Dort nahmen geschätzte 850 Neonazis an der Veranstaltung teil. An der Gegenveranstaltung der Stadt Wunsiedel nahmen laut Pressemitteilungen 1200 Leute teil. Somit kam es zum Glück nicht wie von vielen erwartet zu einer Größenordnung wie 2004, wo mehrere Tausend Neonazis durch Wunsiedel zogen.
Wir sehen dies als Schwäche der Rechten die doch mit einer weit aus größeren Teilnehmerzahl gerechnet hatten.
Hier sieht mensch wie zerrüttet das Verhältnis der Neonazis und die der Parteinazis der NPD untereinander ist.
Allerdings sehen wir es auch als bedenklich dass es soviele Faschisten gibt, die durch den großen Polizeieinsatz durch Wunsiedel marschieren konnten. Die 1500 eingesetzten Polizisten hatten die Gedenkmarsch-Route weiträumig schon abgesperrt so dass es nur sehr schwierig war überhaupt in die nähe zu kommen.
Damit war aber auch gesorgt dass die Route der Faschisten nicht durch ein groß beachtetes Gebiet sondern am Stadtrand entlang verlaufen ist.
Dadurch wurde die bürgerlich-antifaschistischen Proteste weitaus mehr wahrgenommen als die der Neonazis. Somit führte Strategie sich mit Gedenkveranstaltungen öffentlich wirksam zu machen, nicht zum Erfolg.

Dies ist aber kein Grund sich auszuruhen. Zusammen müssen wir gegen die Faschisten kämpfen um so friedlich miteinander leben zu können.

Unterstütz antifaschistische Gruppen!!
Gegen Nationalismus und Rassismus!

Naziaufmarsch erlaubt!!!

Laut einer HIER abrufbaren Pressemitteilung des bayerischen Verwaltungsgerichtes wurde der Jürgen-Rieger-Gedenkmarsch morgen erlaubt!
Demnach ist die einzige Beschränkung, „dass jede Form der Erwähnung von Rudolf Heß zu unterlassen ist.“ Dieser plötzliche Sinneswandel zeigt natürlich nur eines: die Aufschiebung der Entscheidung sollte genauso wie beim Naziaufmarsch in München (ebenfalls morgen, ebenfalls heute wieder erlaubt!) die antifaschistische Gegenmobilisierung eindämmen und verunsichern. Bayern bleibt eben Bayern.

Doch wir als Antifaschistischens Aktionkollektiv sehen mehr in diesen Aufmarsch als „nur“ das Gedenken eines Verstorbenen Rassisten, Faschisten und Antisemiten Jürgen Rieger. Für die NPD ist die die langerwartete Chance wieder in Wunsiedel zu marschieren und ihren Märtyrer Rudolph Heß zu feiern und ihre Faschistisches Gedankengut zu verbreiten. Somit könnte sich die nächsten Jahre in Wunsiedel der Jürgen Rieger Gedenkmarsch etablieren. Für viele aus dem Rechten Spektrum ist dies ein Grund zur Freunde, da bis 2004 der Heß-Gedenkmarsch einer der größten Veranstaltung der Rechtsextremen Szene ist, die zuletzt von bis zu 6000 Faschist_Innen aus ganz Europa besucht wurde.

Deshalb kommt morgen am Samstag den 14.11.2009 nach Wunsiedel und bietet den Faschist_Innen die Stirn. Zeigt das in Wunsiedel und Überall kein Platz für Faschismus, Rassismus, Nationalismus, Sexismus, Homophobie und Antisemitismus ist.

EA für Samstag

Falls ihr Verhaftungen beobachtet oder ihr selbst verhaftet werdet ruft bitte bei dem EA (Ermittlungsausschuss) an.
Gebt dort bitte an:
- den Namen der verhafteten Person
-Geburtstdatum
-Wohnort
-Vorwurf(aber nur den Vorwurf nicht was passiert ist)

Die EA-Nummer für Samstag ist 0175 3715159.

Neuigkeiten zum Gedenkmarsch

Auch das Verwaltungsgericht Bayreuth bestätigt das Versammlungsverbot.
In der Begründung aus Bayreuth schließt sich das Verwaltungsgericht den Landratsamt Wunsiedel an.
Bei der geplanten Versammlung handele es sich vorallem um die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft, durch das Gedenken an einen führenden Repräsentanten des Nazis gebilligt, verherrlicht, gerechtfertigt und verhamlost werden soll. Auch außer seinen langjährigen Bemühen in Wunsiedel eine Gedenkkundgebung zur Glorifizierung Rudolf Heß durchzuführen gibt es keinerlei Bezugspunkte von Rieger zu Wunsiedel.

Allerdings erwarten wir auch dass gegen diesen Beschluss Beschwerde eingelegt wird.
Wir sehen das Verbot keineswegs als Erfolg an, denn unsere radikale Kritik geht auch gegen diesen Staat, welche letztendlich erst den Nährboden für Nationalismus und Faschismus bietet!

Am Freitag gegen 17 Uhr wird die entgültige Entscheidung fallen.
Allerdings will der NPD Landesverband Thürigen für den schlimmsten Fall eine eigene Veranstaltung in Pößneck anmelden.

Fight the Nazi-Scum!!

Rieger-Gedenkmarsch (vorerst) verboten

Der Nazi-Gedenkmarsch für Jürgen Rieger wurde am Montag den 9.11 vom Landratsamt Wunsiedel verboten.
Unter den Motto „Gedenkmarsch für Jürgen Rieger- Ewig lebt der Toten Tatenruhm“ wollten die NPD am Samstag aufmarschieren.
Als Gründe für den Verbot gab das Landratsamt an, dass es sich nicht nur um eine Gedenkveranstaltung für den am 29.10 verstorbenenen NPD-Vizevorsitzenden Jürgen Rieger handelt sondern viel mehr für den in Wunsiedel begrabenen Rudolf Heß, einen der führenden Repräsenten des Nationalsozialismus. Dieser Verdacht hat sich nach einem Kooperationsgespräch mit den Veranstalter verhärtet.

Die einzige Verbindung die Rieger der selbst in Hamburg gewohnt hat, nach Wunsiedel habe sind die vergangenen Heß-Gedenkmärsche die er dort organisiert hat. Auch wurde die gleiche Route vorgesehen wie in den vergangenen Jahren stattfindeten Märsche.
Da es sich laut Paragraf 130, Absatz vier, des Strafgesetzbuches um eine Straftat die unter den „Deckmantel Rieger“ geplante Veranstaltung
in der die NS.Diktatur und Rudolf Heß gehuldigt werden sollten.

Die NPD habe aber bereits beim Verwaltungsgericht Bayreuth Klage gegen das Versammlungsverbot eingereicht.
Auch ist anzunehmen das die Faschisten weiter zum Verwaltungsgerichtshof München und bis hin zum Bundesverfassungsgericht wo es dann im Eilverfahren behandelt werde gehen werden. Wir rechnen mit einer entgültigen Entscheidung die auch erst am Freitagabend um 22 Uhr zu erwarten sein kann.

Genehmigt sind aber die am 14. November stattfindenten Gedenk-Aktionen der Stadt Wunsiedel und anderen gesellschaftlichen Gruppierungen am Marktplatz.

Kein Gedenken Für Nazis!!!

Infos Rieger-Gedenkaufmarsch

Es ist immer noch nicht sicher ob dieser denn stattfinden wird. Daher wissen wir auch nicht die Route, allerdings ist Wunsiedel relativ klein…Wir vermuten das die Nazis die selbe Route wie immer angemeldet haben, viele Möglichkeiten gibt es nicht. Auf Grund dieser Tatsachen verfolgen wir für nächsten Samstag ein dezentrales Konzept, das heißt jede Gruppe soll sich Gedanken machen wie sie agieren wird. Unabhängig vom Verbot des Aufmarsches werden die Stadt, Bürgerinitiativen und weitere Organisationen am Samstag Aktionen veranstalten. Diese beginnen um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Wunsiedel.

Hier die Route vom Heß- Gedenkmarsch 2005:
http://venceremos.antifa.net/specials/wunsiedel/pics/2005/wun05innenstadt.gif

Schaut regelmäßig auf unseren Blog, es wird noch viele Informationen geben!

Rieger-Gedenkmarsch in Wunsiedel

Als Reaktion auf die Entscheidung der Familie Jürgen Riegers, den NPD-Vize im engsten Familienkreis beisetzen zu wollen, hat der NPD Bundesvorstand nun einen Gedenkmarsch zu Ehren Riegers angemeldet. Dieser soll in Wunsiedel stattfinden, wo auch der von den Faschisten als Märtyrer gefeierte Rudolf Heß begraben liegt. Das Motto des Trauermarsches lautet „Ewig lebt der toten Tatenruhm“.
Jürgen Rieger (*11.Mai 1946; † 29. Oktober 2009) war Rechtsanwalt und Politiker der NPD. Als Pseudonym verwendete er den Namen Jürgen Riehl. Neben seiner Tätigkeit als Strafverteidiger zahlreicher Faschisten und Neonazis wurde er als Multifunktionär der rechtsextremen Szene sowie als Holocaustleugner bekannt. Am 29. Oktober starb er an den Folgen eines Schlaganfalls.

Bis zum Verbot 2008 fanden hier, in Wunsiedel, jährlich die Rudolf-Heß-Gedenkmärsche statt welcher 2004 eine der größten Veranstaltungen der rechtsextremen Szene war, an der sich um die 5000 Faschisten aus Deutschland und auch aus anderen europäischen Ländern beteiligten. Rieger hatte die Veranstaltung 2001 juristisch durchgesetzt und den Heß-Gedenkmarsch gleichzeitig bis 2010 in Wunsiedel angemeldet. Nicht zuletzt brachte dieser Prozess Rieger den Titel „Anwalt für Deutschland“. Jedoch scheiterte er 2008 endgültig vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Nun wollen die Rechtsextremisten wohl an die Tradition der Heß-Trauermärsche knüpfen und einen Marsch um Rieger in Wunsiedel etablieren. Die Wahl des Veranstaltungsortes kommt daher, dass der NPD-Vize hier seine „größten politischen und juristischen Triumphe feiern“ konnte. Der Rieger-Gedenkmarsch solle zugleich ein Signal sein „an jene vor allem linke Kreise, die den Toten nun schmähen, die ihre Freude über seinen Tod frech äußern, statt vor der Majestät des Todes zu schweigen. (… ) Unsterblich ist das Erbe, das er hinterlassen hat“.

Kein Gedenken menschenverachtender Politiker, keine Trauer um Rieger oder Heß!